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Veröffentlicht am 17.10.2024
Jan-Malte Wortmann, funky-Jugendreporter
Während unsere Gegenwart immer komplexer zu werden scheint, wird die digitale Welt immer zentraler, aber auch immer lauter und unübersichtlicher. Viele Jugendliche wenden sich ganz von etablierten Nachrichtenmedien ab und nutzen ausschließlich Social Media als Informationsquelle. Das ist gefährlich, sagt Vanessa Bitter von #UseTheNews.
Eine sehr, sehr wichtige Rolle. Nachrichten- und Medienkompetenz sind für unsere demokratische Gesellschaft eine Schlüsselkompetenz. Wir leben inzwischen in einer informationsüberfluteten Welt, in einer digitalen Welt, die viele neue Herausforderungen mit sich bringt. Wenn man zum Beispiel auf Social Media unterwegs ist, gibt es da eine Vielzahl an Desinformationen und Fake News. Da wird Medien- und Nachrichtenkompetenz noch viel entscheidender, um solche Fakes entlarven und sich eine auf Fakten basierende Meinung bilden zu können. Nachrichtenkompetenz ist eine Grundvoraussetzung für unsere Demokratie.
Wir wissen, dass vor allem junge Menschen und junge Erwachsene ihre Nachrichten mittlerweile vorwiegend, teilweise ausschließlich, über Social Media konsumieren. Darin steckt eine Gefahr. Denn dort werden Dinge publiziert, die nicht immer stimmen, oder gezielt Falsch- und Desinformationen verbreitet. Das ist eine große Herausforderung und macht Nachrichtenkompetenz immer wichtiger. Dort müssen wir ansetzen: einerseits die Plattformen so stärken, dass dort weniger Desinformation stattfindet, andererseits jungen Menschen zeigen, wie und wo sie Nachrichten konsumieren können, die vertrauenswürdig sind. Wir müssen ebenfalls schauen, wie etablierte Medien auf Social Media stattfinden können, sodass sie junge Menschen abholen.
- Vanessa Bitter
Bei #UseTheNews versuchen wir, die Nachrichtennutzung junger Menschen, vor allem der 14- bis 24-Jährigen, besser zu verstehen und in der Folge ihre Nachrichtenkompetenz zu stärken – alles basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dafür arbeiten wir mit dem Leibniz-Institut für Medienforschung zusammen und veröffentlichen jedes Jahr eine Studie, die sich mit der Nachrichtennutzung junger Menschen befasst. Grundsätzlich haben wir drei Zielgruppen: unsere Medienpartner, unsere Bildungspartner und dann natürlich die jungen Menschen selbst. Das ist uns ganz wichtig: Wir können junge Menschen nur erreichen, wenn wir auch mit ihnen zusammenarbeiten, mit ihnen in den Austausch gehen und wenn die Projekte gemeinsam mit ihnen entstehen.
2021 haben wir die erste Grundlagenstudie zum Nachrichtennutzungsverhalten 14- bis 24-Jähriger durchgeführt. Ein Kernergebnis war: Natürlich gibt es nicht „die Jugendlichen“, sondern verschiedene Gruppen von Jugendlichen, die sich unterschiedlich informieren. Es kam aber auch heraus, dass ein gutes Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Gruppe der gering Informationsorientierten gehört, die ihre Nachrichten gar nicht über etablierte Medien beziehen, sondern ausschließlich über Social Media, wo sie vorrangig auf Content-Creators vertrauen. Man kann aber nicht sagen, sie wären grundsätzlich uninteressiert an gesellschaftlichen Themen. Sie interessieren sich vor allem für Themen, die ihre Herkunft, Identität und ihr direktes Umfeld betreffen, zum Beispiel Diskriminierung oder auch Religion. Diese werden scheinbar von den etablierten Medien nicht genügend adressiert und auch nicht dort, wo diese Jugendlichen ihre Nachrichten konsumieren, nämlich auf Social Media. Eine weitere sehr wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass vielen jungen Menschen in den Nachrichten der Bezug zu ihrer Lebenswirklichkeit fehlt. Da wollen wir ansetzen und Nachrichten besser vermitteln, sodass wir zeigen können: Das hat diese spezielle Nachricht mit dir und deinem Leben zu tun.
Wir experimentieren mit neuen Formaten auf Tiktok und Instagram, neuerdings auch auf Twitch. Wir wissen ja, dass Content-Creators wie zum Beispiel „Herr Anwalt“ auf diesen Plattformen wahnsinnig erfolgreich sind und dass sie es geschafft haben, Themen so aufzubereiten, dass junge Menschen ihnen vertrauen. Gleichzeitig sehen wir, dass das Vertrauen in etablierte Medienhäuser sinkt. Wir schauen uns an: Was machen solche Creators richtig und was können wir adaptieren? Wie können wir Videos so aufbereiten, dass sie auch Jugendlichen in den Feed gespült werden, die sonst nicht irgendwelche Nachrichtenportale abonniert haben? Ganz wichtig ist, mit der Zielgruppe auf Augenhöhe zu kommunizieren. Nachrichten von jungen Leuten für junge Leute machen zu lassen – das ist authentisch. Und zu den Themen, die die Jugendlichen interessieren, gehört längst nicht nur das Klima, sondern auch Krisen und Kriege, Migration oder Perspektivlosigkeit. So etwas wie: Kann ich mir nach der Schule eine eigene Wohnung leisten? Das haben wir auch bei der Europawahl oder bei den Landtagswahlen im Osten gesehen.
Ich finde es ganz wichtig, dass man den Jugendlichen die Möglichkeit gibt, selbst mitzuwirken. Deswegen haben wir zum Beispiel unsere Newscamps, die wir bundesweit umsetzen. Das sind Events, die wir ein bisschen wie ein Festival aufziehen, bei denen Jugendliche Journalismus erleben und selbst ausprobieren können, zum Beispiel, indem sie zusammen mit unseren Redakteuren ein Tiktok-Video produzieren. So können wir ihnen ganz viel über journalistische Arbeitsweisen vermitteln, gleichzeitig lernen wir auch sehr viel von den Jugendlichen selbst, zum Beispiel, welche Themen sie in ihrer Region wirklich interessieren. Partizipation und Transparenz sind wichtig.
Um möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen, müssen wir mit Schulen zusammenarbeiten und brauchen engagierte Lehrkräfte, die das Thema in ihren Unterricht einbringen wollen. Eine unserer Forderungen lautet auch, dass Medienkompetenz deutschlandweit zu einem Schulfach wird. Das ist für die Stärkung der Demokratie essenziell und dafür muss man auch mit der Politik zusammenarbeiten. Bis dahin müssen wir Lehrkräfte unterstützen, etwa mit Unterrichtsmaterialien oder mit Projekten, bei denen Journalisten in die Schulen gehen.
- Vanessa Bitter
Wir wissen alle, dass das Schulsystem und alle darin total überlastet sind. Deswegen glaube ich, dass wir den Schulen Hilfeleistungen anbieten müssen, zum Beispiel mit mehr Medienpädagogen, die eine sinnvolle Schnittstelle zwischen Journalismus und Lehrkräften darstellen. Sie bringen das pädagogische Wissen, aber auch das fachliche Wissen zum Thema Journalismus mit. Im Idealfall hat man an jeder Schule einen Medienpädagogen, der das Thema abdecken und das Kollegium dahin gehend fortbilden und schulen kann.
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In einer Welt, in der Nachrichten immer komplexer erscheinen, ist es wichtig, den richtigen Umgang mit Medien zu vermitteln. Deshalb lädt die Funke Mediengruppe, zu der auch die diggies zählen, mit der Initiative #UseTheNews am 19. November in Essen zum ersten Funke Newscamp ein. Unter anderem geht es in den Workshops um Fake News, Social Media, die Produktion von Medieninhalten und das Thema Quellenrecherche. Mehr Infos gibt’s hier.
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